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So wirkt Glücklichsein, Knowhow der Wissenschaft

Die drei Faktoren des Glücklichseins

Glücklich zu sein, hängt im Wesentlichen von 3 Faktoren ab (Lyubomirsky, 2005). 

  • 40%   bewusstes Denken und Handeln
  • 10%   äußere Umstände
  • 50%   genetischer Fixpunkt

Jeder kann sein Glücklichsein selbst beeinflussen, allerdings nicht zu 100%, wie es oft in Ratgebern vermittelt wird. Menschen haben einen sogenannten Fixpunkt in Bezug auf das Glücklichsein, der genetisch bedingt ist. Es ist ein individuelles Basisgefühl vom Glücklichsein, von dem ein Mensch startet und nach großen Enttäuschungen oder Triumphen immer wieder zurückkehrt. (Lykken & Tellegen, 1996.)

Fazit: Auch wenn unser Glücklichsein nur begrenzt beeinflussbar ist, haben wir einen großen Spielraum – nämlich 40%, um es zu vergrößern oder zu verkleinern. Das geschieht durch unser bewusstes Denken und Handeln – also indem wir eine gute Balance zwischen Wohlfühl- und Werteaktivitäten selbst herstellen. 10% unseres Glücklichseins kann auch durch äußere Umstände (z.B. Zufalls-Glück) beeinflusst werden.

Werte- und Wohlfühlglück 

Werte-Glück entsteht in der Persönlichkeit: Psychologisch betrachtet ist Werte-Glück mit persönlichen Werten und Zielen und dem eigenen "Best Self" verbunden und wirkt langfristig. Oft, jedoch nicht immer, werden dabei positive Gefühle erlebt. Die Entstehung von Werte-Glück liegt in der Regel in uns selbst und hat mit Selbstwirksamkeit, Sinnerleben und Beziehungen zu tun.

Wohlfühl-Glück entsteht in der Umwelt: Psychologisch betrachtet besteht Wohlfühl-Glück darin, angenehme Gefühle zu erzeugen und Schmerz zu vermeiden und es wirkt kurzfristig. Die Entstehung von Wohlfühl-Glück liegt in der Regel in der Umwelt. Es kann sich um Konsumgüter, andere Menschen oder aber auch um die Natur handeln.

Fazit: Werte-Glück hat einen entscheidenden Einfluss auf ein erfülltes Leben. Da es im Innern des Menschen entsteht und von längerer Dauer ist, da es nicht von einzelnen schönen Momenten abhängt. Richtig glücklich sind wir trotzdem nur dann, wenn wir uns auch wohlfühlen.

Unsere Tipps zur Verdeutlichung: 

Beispiel: Reich geborene Celebrities sind oft nicht glücklich. 

Der äußere Umstand, in eine wohlhabende Familie hineingeboren zu sein, hat nur 10% Einfluss darauf, ob ein Mensch glücklich ist oder nicht. Wichtig ist, dass er/sie durch bewusstes Handeln (nicht durch Geld) eine gute Balance zwischen Wohlfühl-Glück und Werte-Glück schafft. Wohlfühlglück haben Reiche vermeintlich im Überfluss durch ihr Luxusleben. Werte-Glück dagegen selten, da sie oft keinen Beruf haben, wo sie Selbstwirksamkeit erfahren und wenig Wert- und Sinnvolles tun. Deshalb machen viele Prominente Charity oder gründen Stiftungen (wie z.B. die Gates-Familie oder Angelina Jolie). Doch gute Taten und gute Gefühle allein machen selten glücklich, wenn sie nur „erkauft“ und nicht wirklich mit den eigenen Werten verbunden sind.

Andere Beispiele sind gesellschaftliche Trends wie „Zurück zur Natur“, Sharing-Economy (Teilen) oder Handmade und vieles mehr. Sie alle haben mit Werte-Glück zu tun.

Die positiven Effekte vom Glücklichsein: (Blickhan, 2016)

Menschen, die glücklich sind, indem sie eine Ausgewogenheit von Wohlfühl-Glück und Werte-Glück durch bewusstes Denken und Handeln selbst herstellen 

  • ... sind sozial kompetenter
  • ... sind kooperativer, beliebter, großzügiger, flexibler, kreativer und attraktiver für andere
  • ... können besser führen und verhandeln
  • ... haben stabilere Beziehungen und größere soziale Netzwerke
  • ... haben mehr Erfolg im Beruf
  • ... haben bessere Strategien, um mit Rückschlägen umzugehen.
  • ... profitieren von einem positiven Effekt auf Gesundheit und Lebensdauer: Denn ihr Immunsystem ist stärker, damit werden sie seltener krank und schneller wieder gesund.

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UMSETZUNG

Übungen, Glücksquellen
im Leben zu kultivieren

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MEDIATHEK

Alles Wichtige
zum Thema Glück

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ÜBERSICHT

Alle Stationen 
auf einen Blick

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QUELLEN

Lyubomirsky, S., Sheldon, K. M., & Schkade, D. (2005). Pursuing happiness: The architecture of sustainable change. Review of general psychology, 9(2), 111-131

Lykken, D., & Tellegen, A. (1996). Happiness is a stochastic phenomenon. Psychological science, 7(3), 186-189

Blickhan, D. (2016). Positive Psychologie: Ein Handbuch für die Praxis. Junfermann Verlag GmbH