WISSEN

So wirkt Dankbarkeit, Know-How der Wissenschaft

Dankbarkeit hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden. Wenn wir dankbar sind, können wir von vielen positiven kurz- und langfristigen Auswirkungen profitieren.

Das bestätigt eine Reihe von Forschern. Darunter Barbara Fredrickson, die Dankbarkeit im Rahmen ihrer „Broaden & Build Theorie“ als eine von 10 positiven Basisemotionen erforscht (Fredrickson, 2004, 2011, 2013). 

Hier die Thesen, warum Dankbarkeit zum Aufblühen von Menschen führen kann:

  • Dankbarkeit ist ein angenehmes Gefühl, das mit Freude und tief empfundener Wertschätzung einhergeht
  • Dankbarkeit weitet Aufmerksamkeit und bildet Ressourcen
  • Dankbarkeit fördert soziale Bindungen und die Fähigkeit, zu lieben
  • Aus Dankbarkeit resultiert das Bedürfnis etwas zurückzugeben: Freundlichkeit »

Die amerikanischen Forscher Robert Emmons und Mike McCullough haben in Studien überprüft, wie sich Dankbarkeit auf das mentale und körperliche Wohlbefinden von Menschen und deren Glücksempfinden auswirkt. 

Beispiel: Studie Dankbarkeits- vs. Problemtagebuch (Emmons, 2008)

Bei einer Studie mussten zwei Gruppen von Probanden zehn Wochen lang wöchentlich ein kurzes Tagebuch führen. Die erste Gruppe bekam dankbarkeitsorientierte Vorgaben – sie sollten berichten, welche fünf Ereignisse bei ihnen Dankbarkeit hervorgerufen hatten. Beispiele für Einträge der Teilnehmer waren: „Großzügigkeit von Freunden, das Recht auf freie Wahl oder ein Sonnenuntergang.“ Die andere Gruppe bekam problemorientierte Vorgaben. Sie sollten ins Buch eine Liste mit fünf Ärgernissen der Woche eintragen. Sie beschrieben Geldsorgen, angebrannte Käsenudeln oder ein stinkendes Haus.

Das Ergebnis der Studie: Die Teilnehmer der dankbarkeitsorientierten Gruppe bewerteten ihr Leben insgesamt positiver und optimistischer. Sie berichtet von mehr Agilität und wiesen weniger gesundheitliche Probleme auf als die andere Gruppe.

Eine Reihe weiterer Forscher haben folgende Wirkungen von Dankbarkeit belegt: 

  • Dankbarkeit steigert Wohlbefinden (Watkins, 2003; Wood, 2010)
  • Dankbarkeit fördert Freundlichkeit und soziale Beziehungen (Bartlett, 2006; Algoe, 2008)
  • Dankbarkeit beugt Depressionen vor, fördert positive soziale Beziehungen, reduziert Stress und verbessert die Schlafqualität (Wood, 2010)
  • Dankbarkeit fördert die körperliche Gesundheit (Hill, 2013)

Unser Tipp: Dankbarkeit hat nichts mit den Benimmregeln zu tun, die wir unseren Kindern beibringen. Wenn Kinder auf die Frage „Was sagt man?“ mit „Danke“ antworten, sind sie lediglich höflich, aber nicht dankbar. Erklärt euren Kindern, warum „Danke sagen“ so viel Gutes bewirkt.

Wer sich Dankbarkeit bewusst und zur Gewohnheit macht, kann mit vielen positiven Effekten rechnen: 

  • Mehr Optimismus
  • Weniger mit der Vergangenheit und dem Schicksal hadern
  • Mehr Glück und Wohlbefinden beugt Depressionen vor
  • Mehr Chancen erkennen macht in Summe erfolgreicher
  • Besser schlafen bzw. nachts seltener wach liegen
  • Resilienz und mentale Ressourcen aufbauen: leichter Traumata überwinden und sich von belastenden Situationen besser erholen
  • Ein gutes Umfeld sowie Hilfe und Unterstützung im Leben
  • Unterstützung des Körpergefühls und der Gesundheit

Noch ein Hinweis: Das ist erst der Anfang. Wie ihr sehen könnt, sind viele der wissenschaftlichen Studien dazu sehr jung - also weniger als 10-15 Jahre alt. Wir dürfen gespannt sein, was in Zukunft noch alles herausgefunden wird. Wir von Wohlglückheit durchkämmen weiter die Forschung nach den neuesten Erkenntnissen und aktualisieren diese Seiten regelmäßig. Schaut also öfter mal rein!

Hier geht's weiter:

UMSETZUNG

Übungen, Dankbarkeit
im Leben zu kultivieren

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MEDIATHEK

Alles Wichtige
zum Thema Dankbarkeit

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ÜBERSICHT

Alle Stationen 
auf einen Blick

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QUELLEN

 

Algoe, S. B., Haidt, J., & Gable, S. L. (2008). Beyond reciprocity: Gratitude and relationships in everyday life. Emotion, 8(3), 425.

Bartlett, M. Y., & DeSteno, D. (2006). Gratitude and prosocial behavior: Helping when it costs you. Psychological science, 17(4), 319-325.

Emmons, R. A., & McCullough, M. E. (Eds.). (2004). The psychology of gratitude. Oxford University Press.

Emmons, R. (2008). Vom Glück, dankbar zu sein. Eine Anleitung für den Alltag. Campus Verlag.

Fredrickson, B. L. (2004). Gratitude, like other positive emotions, broadens and builds. The psychology of gratitude, 145, 166. 

Fredrickson, B. L. (2013). Positive emotions broaden and build. Advances in experimental social psychology, 47(1), 53. 

Hill, P. L., Allemand, M., & Roberts, B. W. (2013). Examining the pathways between gratitude and self-rated physical health across adulthood. Personality and individual differences54(1), 92-96.

McCullough, M. E., Kilpatrick, S. D., Emmons, R. A., & Larson, D. B. (2001). Is gratitude a moral affect?. Psychological bulletin, 127(2), 249. 

McCullough, M. E., Emmons, R. A., & Tsang, J. A. (2002). The grateful disposition: A conceptual and empirical topography. Journal of personality and social psychology, 82(1), 112. 

Parks, A. C., & Biswas-Diener, R. (2013). Positive interventions: Past, present and future. Mindfulness, acceptance, and positive psychology: The seven foundations of well-being, 140-165. 

Universität Zürich (2015), VIA-IS Interpretationshilfe, S. 10, Aufruf April 2019

Watkins, P. C., Woodward, K., Stone, T., & Kolts, R. L. (2003). Gratitude and happiness: Development of a measure of gratitude, and relationships with subjective well-being. Social Behavior and Personality: an international journal, 31(5), 431-451

Wood, A. M., Froh, J. J., Geraghty, A. W. (2010). Gratitude and well-being: A review and theoretical integration. Clinical psychology review, 30(7), 890-905.